Der 12. Schritt „Auf der Suche nach mir, fand ich eine Frau“

Für die Raupe ist es das Ende, für den Meister ein Schmetterling!

cam00766.jpgMeine Verpuppung dauerte etwa 3 Monate! Nun einige Kilos mehr, haben sich nicht nur meine Blutwerte normalisiert, sonder ist auch mein Hormonhaushalt explodiert!

Bei Essstörungen ist eine Folgeerscheinung die Amenorrhoe. Einfach erklärt das Ausbleiben der Menstruation. Durch das extreme Untergewicht kommt es zu  hormonellen Störungen. Der Fettanteil des Körpers ist so gering, dass nicht mehr genug Östrogene gebildet werden, damit es zum Eisprung kommen könnte. Der Körper arbeitet auf Sparflamme.

In den vergangenen Monaten stand ich oft verzweifelt vor mir selber, da mein „Wunsch-Zunahme- Plan“ einfach nicht so wollte wie ich. Es war ganz klar, dass ich zunehmen werde! Nur auf die Winzigkeit, der 2. Seite meiner Gedanken war der Teufel im Detail! Zunehmen ja aber bitte nur Muskeln und kein Fett. Was soll ich schreiben… den Kampf „Inga gegen die Natur!“ verlor ich und oft brachte mich dies an den Rand des Warnsinns.  Die Natur nahm einfach ihren Lauf, ohne Rücksicht auf meine Eitelkeiten! Denn mit dem Frühling wurde aus dem fraulichen Kind, zumindest rein biologisch, eine Frau. Ein ganz anderes Chaos betrat nun gemeinsam, mit einem gefühlten Tsunami an Gefühlen, meine Spielwiese des Lebens.

Was es bedeutet wieder, nach 16 Jahren, seinen monatlichen Zyklus (ohne zusätzliche Hormone) zu bekommen, können wohl nur wenige Frauen beschreiben. Ich zumindest fühlte mich, in meine Pubertät, zurückversetzt. Die gleiche Scham, das gleiche Chaos an Gefühlen, die gleiche Unsicherheit ob ich das überhaupt möchte oder was möchte ich. Möchte ich eine richtige Frau sein?

Vor 16 Jahren hätte ich die Aussage von Jeanne Mammon schlichtweg unterschrieben! Sie sprach mir aus der Seele….

Eigentlich habe ich mir, immer gewünscht: nur ein Paar Augen sein, ungesehen durch die Welt gehen,nur die anderen sehen.

2016 nun erfolgt der Perspektivwechsel! Mir stellte sich die Frage „Bin ich noch das weibliche Kind oder bin ich eine erwachsene Frau?“ Die rein medizinische Betrachtungsweise brachte mich zu der erleichternden Erkenntnis,  dass es eines der deutlichsten Zeichen zur Gesundung ist! Ein Prozess ging in die nächste Phase und ein weiterer Schritt war vollzogen. Warum ich mich damals geschämt habe und alles daran setzte dies zu ignorieren, kann ich heute nur wage vermuten. Es ist auch, für das Jetzt, nicht mehr wichtig. Mit meiner heutigen Lebenserfahrung und Geschichte sehe ich diesen Prozess als ein Geschenk. Wenn ich meinem Arzt glauben schenken darf, sogar als ein kleines Wunder. Mein 2. Leben wollte ich jeden Tag wertschätzen! Jeden Tag … nicht nur die Guten oder von mir so Geplanten sondern wirklich jeden Tag! Rein biologisch wieder zu einer Frau heranzureifen gehörte einfach dazu. In anderen Kulturen wird dieses Ereignis gefeiert, warum nicht auch in unserem Kulturkreis, in unseren Familien? Eine Antwort kann ich darauf nicht finden. Für mich suchte ich ein Symbol, dass mich auch weiterhin an dieses Ereignis erinnerte und weiterhin bestärkte! Ich malte es, setzte mich damit auseinander und habe schlichtweg akzeptiert, dass ich eine Frau bin. Eine Frau mit Rundungen, mit einem Bauch, einem  Po und einem Busen. Also tatsächlich Körperrundungen, die  größtenteils aus meinem heiß geliebten Körperfett bestehen. 🙂

Es geht doch für mich jetzt darum alte Gewohnheiten und Muster zu ändern. Nicht nur ein einziges Mal, auch nicht nur zwei  mal oder drei mal sondern dauerhaft! Zu verstehen das Alles einem natürlichen Gesetz zugrunde liegt, hilft mir auf meinem weiteren Weg. Egal wie oft die Teufel meiner Süchte an meiner Tür klopfen und mir verlockend zuflüstern „Es reicht einfach nur durchzuhalten, um danach wieder so weiterzumachen wie bisher!“ Dann muss ich mich stoisch wehren, lauthals und entschlossen NEIN sagen. Denn wer außer mir sollte dies sonst tun? Es kostet nicht wirklich Zeit Dinge zu ändern, sondern fordert definitiv nur  Entschlossenheit und beherztes Angehen der vermeintlichen Hürden, welche sich da stellen.

Jaaa, ich bin eine Frau.-Soll ich es buchstabieren? G-Ö-T-T-I-N.

 

 

 

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