Zahnartzt Angst „Das Gefühl zu Sterben!“

drache 001 Eigentlich sollte dieser Eintrag schon letzte Woche erscheinen aber aus doch trefflichen Gründen, kam ich in der letzten Zeit einfach nicht zum „kreativen / schriftstellerischen  Teil“ der Blog Arbeit! Aber nun von Anfang an!

Die Angst wird angeblicher kleiner, je mehr man sich Ihr stellt! Meine Erfahrung ist definitiv nicht so, dass Martyrium hat eine gleichbleibende Stärke und Intensität, welche Ihres gleichen sucht! Auch nach nun 20 Jahren ist diese panische Angst, in Bezug auf den Zahnarzt, einer meiner größter Feinde und steter Begleiter!

 

Laut Wikipedia bedeutet dies:

Die Zahnbehandlungsphobie, auch Dentalphobie, Dentophobie, Oralphobie oder Odontophobie genannt, ist eine spezifische Phobie. Die übersteigerte Angst führt fast immer zu einer jahrelangen Vermeidung zahnärztlicher Behandlungen und wird von der nicht krankhaften Zahnbehandlungsangst unterschieden. Häufige aber nicht alleinige Ursache der Zahnbehandlungsphobie sind negative Erfahrungen. Die erlernten Ängste können sich gegen bestimmte Aspekte der Zahnbehandlung richten.

Seit 5 Jahren befinde ich mich in der kontinuierlichen Restauration meines Gebisses. Unzählige Geldsummen, fast schon ein Kleinwagen, sind in diverse Behandlungen geflossen. Ein ganzes Meer ist aus meinen Tränen und Schweißperlen entstanden! Nur weniger oder zumindest etwas milder ist dieser Ausnahmezustand, sprich diese Angst, meines zumeist recht ausgeglichenen Gemüts, nicht geworden. So stand seit nun 2 Monaten fest, dass erneut eine Wurzelbehandlung notwendig, ja sogar unumgänglich geworden war, um die bereits erfolgte Restauration meiner Beißerchen nicht zu gefährden. Nach beiderseitigem Einverständnis, viel die Entscheidung sofort auf eine Behandlung in Vollnarkose. Dies ist nicht nur für meine Nerven schonender, sondern auch für die Haarfarbe meines Zahnarztes sehr von Vorteil. 🙂

Schon des öfteren hatte ich den Verdacht, dass die letzten Pigmente aus seinem Gesicht und seinen Haaren weichen, wenn er meinen Namen auf der Behandlungsliste stehen sieht. Das „Theater“ welches meine Phobie in mir auslöst, verhinderte mehr als nur einmal, dass er sich überhaupt mit einem Instrument mir nähern durfte und somit jede gutgemeinte Behandlung im Keim erstickte. Ob nun nur schauen, abklopfen oder gar saugen… alles ist/war/bleibt ein Drama, was auch schon Ohnmachtsanfälle, neben hysterischen Heulen, Wimmern und Luft schnappen meinerseits nach sich zog. letztendlich eine Behandlung einfach unmöglich machte!

Für mich ist der absolute Kontrollverlust, über das was da in meinem Mund passieren soll, das Schlimmste. Die Schmerzen könnte ich gut aushalten, wenn ich sie selber „verursachen dürfte“, denn diese Auszuhalten ist ohne Behandlung schon eine Meisterleistung und das ging ja Jahre problemlos von statten. Unter Vollnarkose hingegen bekomme ich nicht mit, dass ich keine Kontrolle habe! Ich bekomme auch nicht mit, dass ich völlig hilflos, fast ausgeliefert danieder liegend (unter den Händen eines Halbgotts in Weiß) wehr- und machtlos bin. Sondern ich schlafe den Schlaf der Gerechten und mein Zahnarzt kann ohne große Unterbrechungen seiner Arbeit nachgehen.

Am 8,9,2015 war es nun wieder soweit und mein Trauma stand an! Mindestens 2 Wochen vorher ging trotzdem die Panik los, erst langsam und schleichend, später zunehmend massiv. 2 Tage vorher war an Schlaf kaum zu denken und wäre nicht das Kochen gewesen… Ich weiß nicht was ich dann getrieben hätte? Ich wollte sterben, weglaufen, alles Absagen und mein gewohntes Muster durchziehen. „Weg vor dem was Angst macht!“

Wie anfänglich schon erwähnt, dieser Beitrag hätte schon vor 2 Wochen erscheinen sollen und somit erübrigt sich die Frage „Ob ich es überlebt habe?“. Natürlich habe ich auch dieses mal wieder das Licht der Welt nach der Narkose erblickt und bin heute Gottes froh, dass ich mich für diesen Eingriff entschieden habe. Denn im Ganzen betrachtet, blieb mir auch nicht wirklich eine Wahl. Manche Sachen und Dinge, so unangenehm und schmerzhaft sie auch sein mögen, müssen einfach getan werden!

Denn auch wenn die Angst vielleicht nicht kleiner wird, so wird zumindest das Problem nicht größer, sondern eher kleiner. Der Schmerz ließ nach und nun habe ich erst einmal bis Oktober Frieden vor diesem Halbgott in weiß.

blog 006 (3)

Das Leben beginnt dort wo die Furcht endet.

Osho

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