Der Angst stellen „40° C Hitze- Zunehmphase- Freibad“

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Eine glühend heiße Woche liegt hinter mir und sie war dies nicht nur im Temperatur- Bereich. Neben meiner derzeitigen Gewichtszunahme lag die Herausforderung, dabei mein inneres Radio leise zu drehen und mich aufzumachen in das kühlende Nass. Hinein in “ Einen Bikini oder Badeanzug?“

… alleine diese Frage lies mein Vorhaben schon fast scheitern und dann inmitten unter fremden Menschen mich darin präsentieren???

Das ging ja gar nicht!!! sprach mein Kopf:

  • Die werden mich alle anschauen!
  • Die werden mich alle als hässlich und zu fett betrachten!
  • Die werden alle nur über mich reden!
  • Und überhaupt die Welt hat nichts besseres zu tun, als wie mich zu bewerten!

So sprach „mein Kopfkino“! Mit etwas Abstand betrachtet, empfand ich mich als ziemlich narzisstisch, packte reumütig meine 7 Sachen, entschied mich für einen Triangel- Bikini (als Kompromiss)  und machte los!

Gott sei dank kann ich heute sagen! Ein jeder mit Magersucht, Bulimie oder jedweder anderen Form von Essstörung, der schon einen Klinik Aufenthalt hinter sich hat, wird das Gefühl des täglichen Zunehmens kennen. Egal ob 50 g oder 200 g am Tag, es fühlt sich immer an wie mindestens 5 Kg. Demzufolge bricht meist eine eigene kleine Welt zusammen und der Tag tendiert dazu der schlimmste des Lebens zu werden. Dieses immer wieder kehrendes Gefühl ist mir mittlerweile sehr vertraut und ich habe erfahren, dass es zuerst die Kraft eine Tornados und später die einer lauen Brise hat. Sprich es wird weniger! Mein Tag hat nur eine Chance wenn ich auf diese Erfahrung und damit auch in mich vertraue und mein Kopfkino in die Sendepause schicke ! Es geht bis jetzt noch nicht ganz weg aber es beherrscht zumindest nicht mehr meinen ganzen Tag. 🙂

Unter Fachkreisen spricht man  von einem schlechten Körpergefühl, ich fühle mich dann zumeist, wie nur aus Bauch bestehend. Die Essstörung in mir schreit, meine Verzweiflung ist groß und so kommt es doch tatsächlich auch vor , dass ich (eigentlich nicht gläubiger Mensch) zu allem möglichen bete, damit ich, wenn ich schon zunehme nur an den richtigen Stellen zunehme. Ein wenig mehr Busen bitte und etwas mehr Po! Das ganze natürlich ohne Fett, Zellulitis und nur aus Muskelmasse bestehend,  jaaa damit wäre  mein krankes Ich sehr zufrieden. Die Realität ist aber anders und nur die Akzeptanz dieser ist der einzige Weg!

Endlich im Freibad angekommen und der Platz nahe am Wasser neben den älteren Herrschaften gewählt, war die Hitze so unerträglich geworden, dass ich fast ohne zu denken mich in die Fluten begab! Dieses Gefühl des kühlendes Nass, der Zustand der Schwerelosigkeit im Wasser schaltete mein Kopfkino aus und ich war angekommen! Angekommen, in einer Erinnerung an meine Jugend, wo ich gerne geschwommen bin, wo keine Sucht mein Leben beherrschte und mich fesselte. Ich empfand wieder ein Gefühl von Unbeschwertheit und ganz einfachem glücklich sein am Dasein.  Es war großartig! Ich war auf den „Geschmack“  von Freiheit in meinem Körper gekommen. Der restliche Aufenthalt im Freibad war dann einfach nur Urlaubsfeeling und ich war/bin mir sicher, dass dies nach Wiederholung verlangte.

Nun liegt eine Woche voller Tage  im Freibad hinter mir, ich bin braun, relaxt, erholt und plane die nächsten Unternehmungen, die nächsten Herausforderungen.  Denn die schönste Erkenntnis für mich war, dass bei richtigem Betrachten ich keine Menschen sah, die nur über mich redeten, oder gar ein Interesse für mich hegten! Ja sie schauten vielleicht aber was tat ich??? Ich schaute auch und stellte fest :

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Ich war eine Baderin wie viele andere, ich war ein Teil der Menge und war sehr zufrieden mit mir, mich doch durchgerungen zu haben. Denn was ich sah, waren vielleicht keine perfekten Menschen aber glückliche!

Also Augen auf und die Angst direkt an versiert! Nur so kann sie kleiner werden! Es wäre doch wirklich schade , die guten Momente nicht zu erleben aus Angst das etwas passiert was man nicht sicher weiß.

Eure „Wassernixe“ Inga

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