Kaninchen aus dem Römertopf

In meiner Kindheit war der Kaninchenbraten meiner Oma meist ein typisches Sonntagsessen und es gab ihn nur an Sonn- oder Feiertagen. Wenn sich die gesamte Familie traf, werkelte sie mit all Ihrer Liebe meist den ganzen Vormittag um uns zu verwöhnen. Fleisch gab es selten, oft nur einmal wöchentlich, es war teuer und besondere Fleischarten nur schwer zu bekommen. Umso mehr schätzten wir natürlich diese schöne Tradition. Leider ist sie, im verlauf der Zeit, bei mit  etwas in Vergessenheit geraten.

In meiner heutigen Lebenssituation, ist die Familie weit weg und die Arbeitszeiten verhindern oft das zelebrieren des „Sonntagsritual“. Also was tun? Ich nehme einen beliebigen Tag und feire Ihn, denn jeder neue Tag ist ein Geschenk! Ohne Anlass nur um der Freude und des Genießens willen gibt es also heute an meinem freien Tag Kaninchenbraten. Nicht ganz wie bei meiner Oma aber dennoch Lecker! Vielleicht der beginn einer neuen Tradition. 🙂

Kaninchen aus dem Römertopf

Kaninchen sollte 1-2 Tage in der Buttermilch mit dem Gewürzei marinieren.

Zutaten (4-6 Pers)

  • 1 Kaninchen (1,5-2 kg) zerlegt
  • 1 l Buttermilch
  • Gewürzsei (1 Lorbeer, 4 Wacholderbeeren, 2 Pimentkörner in ein Teeei oder Mulltüchlein geben)
  • 2 El Butterschmalz oder Ghee
  • 2 Zwiebeln
  • 3  große Möhren und 1 Stück Sellerie (ca. 150g)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 El Bautzener Senf (pikant süß)
  • 1/2 Bund französischen Estragon oder 1 El getrocknet
  • 600 ml Kalbs- oder Geflügel Fond
  • 1/8 l Verjus oder Apfelsaft naturtrüb
  • 1-2 Tel Honig
  • 2 El saure Sahne, etwas Soßenbinder

  1. Kaninchenteile waschen, trocknen und von restlichen Haut und Sehnen befreien. In einen großen Gefrierbeutel mitsamt der Buttermilch und dem Gewürzei füllen, verschließen und 1-2 Tage marinieren.
  2. Den Römertopf wässern.
  3. Zwiebeln, Karotten und Sellerie schälen, putzen und in ca 1,5 cm große Würfel schneiden.
  4. Kaninchenteile aus der Marinade nehmen, kurz abspülen, trocknen und mit Salz/Pfeffer würzen.
  5. In einem Bräter die Fleischteile ganz kurz, kräftig im heißen Fett anbraten, herausnehmen und das Gemüse hinzufügen. Hitze reduzieren, das Gemüse anrösten, den Senf hinzufügen und kurz angehen lassen. Mit der Verjus sowie dem Fleischfond ablöschen und aufkochen lassen.
  6. Den Soßenansatz gemeinsam mit den Kaninchenteilen in den Römertpf geben Die Kaninchenteile (mit Ausnahme des Rückens) drauf legen. Den Römertopf schließen und auf den Rost, unterste Schiene in den kalten Backofen schieben.

    Ober-/Unterhitze etwa 150° (Heißluft verwende ich beim Römertopf nicht).

  7. Nach etwa 1 Stunde Garzeit den Rücken hinzufügen . Eine weiter 1/2 Stunde mit geschlossenem Deckel garen.  Die letzten 5 Minuten den Deckel entfernen. Die Kaninchenteile heraus nehmen und zugedeckt bei ca. 60°C warm stellen.

  8. Soßenansatz vorsichtig passieren, das Gemüse warm stellen, den Fond nochmals aufkochen und mit Honig abrunden. Die saure Sahne gemeinsam mit den feingewiegtem Estragon zufügen. Nach belieben mit etwas Soßenbinder abziehen.

  9. Zum servieren die Kaninchenteile mit dem Schmorgemüse und der Soße auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Dazu ein Kartoffel Soufflé oder frisches Baguette reichen und einfach genießen.

Tipp

Verjus (frz. Grünsaft, dt. Agraz/Agrest) ist ein wiederentdecktes Würzmittel aus unreifen Weintrauben. Es wird als magenschonende Alternative zu Essig, Wein oder Zitrone, in  Suppen, Saucen, Eintöpfen und  Salaten, zu Geflügel, Fisch oder Gegrilltem verwendet.http://www.verjus-shop.com/

 

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Eine Antwort zu Kaninchen aus dem Römertopf

  1. lieberlecker schreibt:

    Traditionen sind gut und irgendwann müssen sie ja anfangen 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    Gefällt 1 Person

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